Veröffentlicht am 2022-07-19 • 8 Min. Lesezeit
Agile Governance in regulierten IT-Umgebungen
Agile Softwareentwicklung setzt auf Schnelligkeit, Flexibilität und iterative Lieferzyklen. Die regulatorische Compliance im Finanzsektor fordert hingegen Nachvollziehbarkeit, Planbarkeit und lückenlose Dokumentation. Viele Banken scheitern an diesem scheinbaren Widerspruch.
Agilität und Compliance verheiraten
Die Lösung liegt darin, Compliance als funktionales Produktmerkmal zu begreifen. Dies wird erreicht, indem Compliance-Vorgaben direkt in die Definition of Done (DoD) jeder User Story integriert und Audit-Trails automatisiert generiert werden.
Wichtige Integrationspraktiken
Für eine agile und rechtskonforme Steuerung:
- Compliance-as-Code: Automatische Sicherheits- und Konfigurationsprüfungen direkt innerhalb der Build-Pipelines.
- Kontinuierliches ADR-Logging: Versionskontrollierte Dokumentation von Architekturentscheidungen (Architecture Decision Records).
- Integrierte Rollen: Einbindung von Risiko- und Audit-Verantwortlichen in die Sprint-Planungs- und Review-Kadenzen.
Zusammenarbeit über das Compliance-Repository
Agile Compliance erfordert enge Abstimmung. Statt Berichte manuell auszutauschen, teilen sich Compliance-Officer, Entwickler und Auditoren ein zentrales Repository mit den Richtlinien. Dies stellt sicher, dass Anforderungen bei jedem Code-Commit automatisch geprüft werden.
Geschäftsagilität freisetzen
Durch den Übergang zu einem code-basierten Governance-Modell können Finanzinstitute langwierige Freigabeprozesse beenden. Compliance wird zu einem kontinuierlichen Qualitätsmerkmal, das agile Softwareentwicklung absichert und beschleunigt.