2026-07-06 • 11 Min. Lesezeit
Monolithen entkoppeln: Ein praktischer Leitfaden zum Strangler-Fig-Muster
Wie Sie veraltete monolithische Systeme mithilfe von Routing-Proxys, CDC-Replikation und ereignisgesteuerten Strangler-Schnittstellen schrittweise außer Betrieb nehmen.
Das Funktionsprinzip des Strangler-Fig-Musters
Die Modernisierung eines monolithischen Kernsystems gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im IT-Bereich. Während ein kompletter Rewrite ("Big-Bang-Migration") oft erscheint, birgt er massive Risiken, Regressionsfehler und Störungen des Betriebs. Das Strangler-Fig-Muster bietet einen inkrementellen Ansatz, bei dem neue Funktionalitäten in Microservices ausgelagert werden, bis das Altsystem vollständig abgelöst ist.
Die Basis dieses Musters bildet ein Routing-Proxy. Ein API-Gateway oder Reverse-Proxy fängt den eingehenden Datenverkehr ab und leitet Anfragen für bereits modernisierte Fachbereiche an die neuen Cloud-Dienste weiter. Dies geschieht völlig transparent für den Benutzer, wodurch Entwickler einzelne Domänen schrittweise migrieren können.
Synchronisierung der Datengrenzen
Die Entkopplung des Codes ist nur die halbe Miete; die wahre Hürde liegt in den Datenbanken. In hochsicheren Systemen dürfen neue Services nicht direkt in die Datenbank des Monolithen schreiben, um Sperren zu vermeiden. Wir setzen stattdessen auf Change Data Capture (CDC), um Transaktionsprotokolle des Mainframes auszulesen und Änderungen in Echtzeit in die Cloud-Datenbank zu übertragen.
System-Entkopplungsschichten
Code-Komplexität nach Fachdomäne
Betriebsstatus über die Migrationsphasen
Das Strangler-Muster gelingt, weil es einen riskanten Umstieg in eine Folge kleiner, umkehrbarer Schritte verwandelt. Für regulierte Institute hält genau diese Schrittweise die Audit-Trails intakt und ungeplante Ausfälle aus der Migration heraus.