Veröffentlicht am 2024-04-18 • 9 Min. Lesezeit
Mainframe-Modernisierung: Rehost vs. Replatform vs. Refactor
Mainframe-Systeme sind nach wie vor das Rückgrat des globalen Finanzwesens und verarbeiten täglich Milliarden Transaktionen in COBOL. Trotz ihrer Zuverlässigkeit sind sie teuer und schränken die IT-Agilität ein. Die Modernisierung erfordert die Wahl des passenden Pfads.
Modernisierungs-Strategien
Unternehmen stehen im Wesentlichen vor drei Migrationspfaden: Rehosting, Replatforming und Refactoring. Jeder Weg unterscheidet sich stark in puncto Umsetzungsrisiko und Wirtschaftlichkeit.
Der Vergleich im Überblick
- Rehosting (Lift & Shift): Verschiebung des COBOL-Codes in Cloud-VMs oder Emulations-Container. Geringer Aufwand, aber kaum Modernisierungs-Mehrwert.
- Replatforming: Kompilierung des Codes für Linux-Systeme oder Cloud-Datenbanken ohne Änderung der Logik zur Senkung der Lizenzkosten.
- Refactoring (Neuschrieb): Komplette Überführung der Anwendungen in Microservices (z. B. in Java oder Go) für maximale Agilität.
Echtzeit-Datenzugriff über Change Data Capture (CDC)
Ein bewährter Zwischenschritt ist die Datenintegration. Anstatt die Datenbank direkt umzuziehen, liest ein CDC-Agent Transaktionsprotokolle aus. Jede Buchung wird in Echtzeit in einen Apache Kafka Event-Hub gestreamt, sodass Cloud-Anwendungen sofort darauf zugreifen können.
Der Weg zu einer sicheren Modernisierung
Die Entscheidung hängt von Risikoappetit und Zeitdruck ab. Ein Neuschrieb bietet die größte Agilität, birgt aber das höchste Projektrisiko. Oft erweist sich ein hybrider Ansatz – beginnend mit CDC-Streaming und gefolgt von schrittweisem Replatforming – als optimaler Weg.