Veröffentlicht am 2020-09-18 • 9 Min. Lesezeit
Zero-Trust-Sicherheit in regulierten Kern-Infrastrukturen
Klassische Perimeter-Sicherheit basiert auf der Annahme, dass alles innerhalb des Netzwerks vertrauenswürdig ist. In modernen, regulierten Digitalumgebungen mit Cloud-Anbindungen ist dieses Modell ein hohes Sicherheitsrisiko. Zero Trust etabliert das Prinzip: „Niemals vertrauen, immer überprüfen“.
Feingranulare Validierung am PDP-Gate
In einer Zero-Trust-Architektur muss jede Verbindungsanfrage durch einen Policy Decision Point (PDP) überprüft werden, bevor Zugriff auf sichere Anwendungen gewährt wird. Hierbei werden Benutzeridentität, Gerätezustand und Kontext bewertet.
Säulen einer Zero-Trust-Architektur
- Identitäts- & Kontextprüfung: Einsatz von Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) und dynamischen Gerätezustands-Scans.
- Minimale Rechtevergabe: Gewährung sitzungsspezifischer Zugriffsrechte, die exakt auf die jeweilige Rolle abgestimmt sind.
- Kontinuierliche Analyse: Überwachung von Aktivitäten zur Erkennung abnormalen Verhaltens und automatischer Sperrung verdächtiger Anfragen.
Mikrosegmentierung und Sicherheitsgrenzen
Ein wichtiges Designziel in Bankensystemen ist die Mikrosegmentierung. Flache Netzwerke erlauben laterale Bewegungen – bricht ein Angreifer in ein Portal mit geringer Sicherheit ein, kann er Zugriff auf das Kernbuchungssystem erlangen. Zero Trust trennt diese Bereiche ab.
Einhaltung regulatorischer Anforderungen
Zero Trust unterstützt Banken bei der Erfüllung strenger Anforderungen von BaFin (MaRisk, BAIT) und DORA. Durch den Wegfall impliziten Vertrauens können Finanzinstitute jeden einzelnen Zugriff revisionssicher protokollieren und sensible Daten vor Missbrauch schützen.